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wer sind wir ?

Sierra Leone, Westafrika –
seit 1997 sind wir tätig im zweitärmsten Land der Erde:

In 2008 und 2009 waren die Orthopäden Dres. Haller (Ebersberg), Schmidt-Hoensdorf (Erding), Manthey (Göttingen), Fekete (Bremen) und Reiniger und Spannagel (Würzburg) sowie drei Operationsschwestern im Krankenhaus St.John-of-God in Lunsar tätig mit Operationen, Behandlungen und Schulungen. Dieses Krankenhaus wurde durch Vereinsspenden mit einem C-Bogen, div. Kleingeräten für den Op. und Instrumentarium ausgerüstet, der Operationsraum hygienisch hergerichtet. 2008 wurde auch endlich eine Art Kühlung eingebaut, so dass die Operationen zu vertretbaren Bedingungen stattfinden können und kein Beteiligter bei 35 Grad Außentemperatur und einer über 100 % liegenden Luftfeuchtigkeit bereits aufgrund äußerer Bedingungen unter den OP-Lampen kollabiert…

Im September 2009 war Dr. Fritjof Schmidt-Hoensdorf – wie jedes Jahr für 2 Wochen in Sierra Leone – diesmal in Begleitung seines Sohnes Timo. Wie immer wurden Klumpfüsse, schwierigste Folgen alter Verletzungen gelindert, unablässige Amputationen durchgeführt – aber auch unzählige Fragen des Krankenhausalltags besprochen, Personal eingewiesen, Vorräte aufgefüllt. Zuvor war Dr. Bimba Bajur bei uns zuhause in Isen, hospitierte in der Praxis und erlernte dabei einfachere Eingriffe an der Wirbelsäule. Dr. Bajur ist Unfallchirurg und der einzige im Land tätige niedergelassene Operateur, sowie Dekan der medizinischen Fakultät von Freetown.

Mit Spendengeldern werden die Reisekoffer gefüllt mit Instrumenten für z.B. Wirbelsäulen- und Fußoperationen, Gips, besonderem Verbandsmaterial, OP-Kittel etc., Schulungsmaterial für die Krankenschwesternschule. Mit Spendengeldern werden auch die Operationskosten für mittellose Kinder bezahlt, Orthesen gefertigt, Spezialbehandlungen finanziert, z.B. für zwei junge Frauen, die traumatische grosse Hautdefekte hatten. Sie erhielten in Togo von der Mercyship Foundation auf einem Lazarettschiff Hauttransplantationen und Langzeitpflege und sind nun gesundet wieder zuhause.

2008 war der Hauptaugenmerk auf die neu zu errichtende Krankenschwesternschule gerichtet: Die vor Ort gefertigten Sitzgelegenheiten – eine Tisch/Bank/Kombination aus örtlichem Holz – wurden mit 150 Einheiten á € 37,- gesponsert sowie Lehr- und Anschauungsmaterial.

Ein grosses neues Projekt wurde 2009 gestartet zur Verhinderung, dass sich Klumpfüsse zu unförmigen Klötzen entwickeln. Nach einer einfachen Methode können angelernte Fachkräfte – etwa die Krankenschwestern - die zu den Ärmsten in den Busch gehen, die Achillessehne im frühesten Alter durchtrennen und die weitere (relativ einfache) Behandlung überwachen. Hierzu wurde die logistische Unterstützung des Gesundheitsministeriums eingeholt und ein Plan erstellt, mit internationaler Unterstützung die finanzielle Umsetzung und Schulung im Land durchzuführen. Bruder Michael vom Orden in Lunsar absolvierte einen Kurs in  Nigeria, um die sog. Ponseti-Methode zu erlernen. Bruder Michael hielt danach mehrere Vorträge vor Krankenschwestern, um die Aufmerksamkeit bei Geburtshelfern auf dieses Problem zu lenken und später die Schulung und Organisation des „Verhinderungsprogramms“ in Sierra Leone zu organisieren.

2010 ist das Ziel, die Klumpfußbehandlung auf eine grössere Basis zu stellen in Zusammenarbeit mit der der amerikanischen zwischenstaatlichen Organisation „Prosthetics Outreach Foundation“, die einen Mitarbeiter in Makeni, Sierra Leone stationiert haben. Diese Organisation organisiert schwerpunktmässig Prothesen.

2009 fand die erste Kooperation mit „Interplast Germany“  - der Internationalen Organisation plastischer Chirurgen statt, die kostenlose plastische Operationen in Entwicklungsländern durchführen. Von dieser Organisation führten im November 2009 drei Ärzte und medizinische Fachkräfte im Krankenhaus St. John of God in Lunsar plastische Operationen durch, hielten Schulungen ab, gaben Hygieneunterricht u.v.m.

Interplast hat gute langjährige Erfahrung mit wechselnden Einsatzorten in der Dritten Welt in Bezug auf plastische Operationen, auch im Zusammenhang mit Anästhesien. Die durch ODW geschaffene Infrastruktur konnte Interplast zur Verfügung gestellt und plastische Operationen in Sierra Leone damit ermöglicht werden. Ziel ist, die vorhandene Infrastruktur gemeinsam mit Interplast auszubauen und zu verbessern sowie regelmäßige plastische Operationen durchzuführen. Damit konnte auch ein wichtiger neuer Sponsor für die Arbeit von ODW gewonnen werden.

Im November 2010 werden insges. 13 Ärzte und Op-Schwestern in Lunsar tätig sein. Schwerpunktmässig wird neben der konsiliarischen Tätigkeit und den durchzuführenden Operationen der Unterricht in der Krankenpflegeschule sein; ein Vortrag ist vor den niedergelassenen Ärzten in der Hauptstadt Freetown vorgesehen. Weiter wird die Vernetzung aller vor Ort in der Orthopädie und Unfallchirurgie involvierten Institutionen ein Ziel sein. Da nun mehr Operateure gewonnen werden konnten, die bereit sind, 2 Wochen jährlich in Sierra Leone kostenlos zu arbeiten, kann eine breitere und regelmässigere Basis organisiert werden, die notwendigen Operationen gleichmässig übers Jahr verteilt zu organisieren.

Zuletzt konnte mit einem neu gegründeten Hilfsverein aus Ebersberg eine Kooperation eingegangen werden: Dieser Verein errichtet 2010 ein Labor im Krankenhaus St.John of God, um festzustellen, welche Antibiotika bei den zu behandelnden Infektion am wirkungsvollsten sind.